Beispiellos: Die Deutsch-Französische Zusammenarbeit
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Robert Schuman, mehrfach französischer Außenminister und Justizminister, 1958-1960 Präsident des Europaparlaments). Foto, 19. Oktober 1957.
(© picture alliance / akg-images)
Intensität und Vielfalt der deutsch-französischen Zusammenarbeit sind in Politik und Handel, Bildung und Kultur beispiellos. Seit mehr als 50 Jahren ist die Zusammenarbeit auf der Grundlage einer historischen Aussöhnung zweier Länder gewachsen, die einst Kriegsgegner waren; gleichzeitig gehörte sie zu den Kernthemen der europäischen Integration und wirkte als deren Antriebskraft.
In diesem Sinne erklärte Robert Schuman 9. Mai 1950 (da die sogenannte "Schuman-Erklärung" zur Gründung der Europäischen Kohle- und Stahlunion führte, gilt sie als Geburtsurkunde der Europäischen Union):
"Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen. Die Vereinigung der europäischen Nationen erfordert, dass der jahrhundertealte Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgelöscht wird. Das begonnene Werk muss in erster Linie Deutschland und Frankreich erfassen."
Seitdem erwächst jeder Schritt zur Vertiefung des europäischen Aufbauwerks aus einer Vision, die Deutschland und Frankreich gemeinsam ist.
Mit dieser Webseite, die in Zusammenarbeit mit der französischen Botschaft in Oslo erarbeitet ist, möchten wir einem norwegischen Publikum Einblicke in die enge deutsch-französische Zusammenarbeit vermitteln - auf Deutsch, Norwegisch und Französisch:
Auf Norwegisch: Tysk-fransk samarbeid
Auf Französisch: Coopération franco-allemande
Der Élysée-Vertrag
Die Stärke des deutsch-französischen Paares rührt zum großen Teil von den engen Beziehungen her, die die beiden Länder im Laufe der Zeit in allen Bereichen geknüpft haben. Grundlegend ist dabei der Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit (sog. Élysée-Vertrag), der am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Adenauer und General de Gaulle in Paris unterzeichnet wurde. Jedes Jahr am 22. Januar feiern Frankreich und Deutschland zusammen den Jahrestag des Abkommens.
Der Élysée-Vertrag
Deutsch-französische Institutionen
Im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit sind über die Jahre eine Reihe bilaterale Institutionen gegründet worden - dazu gehören die Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, die Deutsch-Französischen Ministerräte, die Blaesheim-Treffen, der Bevollmächtigte für kulturelle Angelegenheiten, der Deutsch-Französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat (DFVSR), der Deutsch-Französische Finanz- und Wirtschaftsrat, der Deutsch-Französische Umweltrat, der Deutsch-Französische Tag und der Adenauer-de Gaulle Preis.
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Deutsch-französische Beziehungen - in Bildern
Folgen Sie dem Link unten zu einem Potpourri aus historischen und aktuellen Bildern, die Einblicke in die deutsch-französische Beziehung von der Zeit des Elysee-Vertrags im Jahre 1963 bis heute geben. Das vielleicht bekannteste Bild ist vom September 1984, auf dem Frankreichs Präsident Francois Mitterand und Deutschlands Bundeskanzler Helmut Kohl einander auf einer Gedenkfeier für die bei der Schlacht um Verdun gefallenen Soldaten die Hände reichen.Klicken Sie auf die einzelnen Bilder, um sie in einer größeren Version zu betrachten.
Deutsch-französische Beziehungen - in Bildern
Der Kultursender ARTE
ARTE ist ein europäisches Kulturprogramm, das sich an alle weltoffenen und neugierigen Bürger in Europa wendet, insbesondere in Frankreich und Deutschland. Am Anfang von ARTE stand eine Vision, die mit den Namen von François Mitterrand, Helmut Kohl und Lothar Späth verbunden ist. Für die Gründerväter von ARTE sollte ein gemeinsames Fernsehprogramm dazu beitragen, Deutsche und Franzosen über die Kultur einander näher zu bringen und die kulturelle Integration Europas zu fördern. Ein Programm für zwei Publika zu schaffen – das war eine Premiere in der Geschichte des Fernsehens und ist bis heute ein einzigartiges Phänomen im globalen TV-Markt geblieben.
www.arte.tv
Deutsch-Französisches Geschichtsbuch
Es handelt sich um ein Projekt von außerordentlicher symbolischer und politischer Bedeutung, das kommende Schülergenerationen dazu anregt, Geschichte mit anderen Augen zu sehen: junge Deutsche und junge Franzosen lernen aus dem gleichen Buch die Geschichte ihres Landes sowie die europäische Geschichte. Das Buch leistet einen Beitrag dazu, eine gemeinsame, bisher stark von den eigenen Traditionen geprägte Wahrnehmung der Vergangenheit zu fördern und die Erinnerung daran im Blick auf ein zusammenwachsendes Europa zu vergleichen. Es stößt eine fundierte, kritische Auseinandersetzung an und erleichtert einen Wechsel der Perspektiven.
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Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH)
Die Deutsch-Französische Hochschule (DFH) ist ein Verbund von Mitgliedshochschulen aus Deutschland und Frankreich. Die Hochschule ist eine völkerrechtliche Einrichtung und wurde 1997 durch ein Regierungsabkommen gegründet. Die DFH hat eine Expertenfunktion für deutsch-französische Hochschulbeziehungen übernommen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im Hochschul- und Forschungsbereich zu stärken. Sie fördert deshalb die Beziehungen und den Austausch zwischen deutschen und französischen Hochschulen unter anderem zur Sicherstellung von binationalen Studiengängen, Doktoranden- und Forschungsprogrammen.
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Deutsch-Französische "Agenda 2020" - 80 gemeinsame Maßnahmen
Der Élysée-Vertrag von 1963 sieht unter anderem regelmäßige Treffen der Politiker vor, und in Verbindung mit dem 12. deutsch-französischen Ministertreffen am 4. Februar 2010 präsentierten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy eine neue deutsch-französische "Agenda 2020" mit 80 gemeinsamen Maßnahmen, unter anderem zur Außen- und Sicherheitspolitik, Klimaschutz, Innovation, Beschäftigung und Wachstum.
Agenda 2020 [pdf, 130,39k]